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Update: Angelika in Uganda

Update: Angelika in Uganda

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich wieder einen kleinen Überblick über die letzten Wochen geben. Bei Tanja hat jetzt endlich die Grundschule mit 1Woche Verspätung begonnen, aber das ist in Afrika nicht wirklich schlimm und die Schulen sind da mit Beginn und Ende recht flexibel.... Wie beim letzten Mal erwähnt, hatten wir vor, ein Einführungswochenende für die 5 neuen Lehrer zu geben. Dazu haben wir einen sehr netten und weisen älteren Schulleiter aus Kampala gebeten uns als Mentor zur Seite zu stehen und Tanjas Vision einer guten Schulbildung mit einer christlichen Erziehung weiterzugeben. Es entspricht doch sehr unserer Einstellung der PGS und daher konnte ich doch recht hilfreich sein. Das Schulsystem in Uganda ist vielfach nicht sehr gut. Mit sehr überfüllten Klassen mit bis zu 100 Kindern in einer Klasse, außer einer Tafel und Heften für die Kinder kein Material, auch für die schlecht bezahlten und weniger gut ausgebildeten Grundschullehrer steht oft kaum Material wie Lehrerhandbücher zur Verfügung. Das sollte hier anders sein, kleinere Klassen, Andachten morgens für Lehrer und Schüler und als Ergänzung praktische Fächer wie Nähen, traditionelle Tänze, Chor, Bibelclub, Sport usw. am Nachmittag und am Wochenende, denn die meisten Schulen sind hier Internatsschulen. Könnt ihr euch vorstellen, dass die Erstklässler den ganzen Tag Unterricht haben und dann abends bis 20.30 Uhr noch Hausaufgaben machen, die armen Würmchen??!

Doch zurück zum Lehrerwochenende, das am Freitag früh beginnen sollte... Aber ganz afrikanisch waren früh erst 2 Lehrer da und auch am Nachmittag waren sie noch nicht vollständig, also haben wir trotzdem um 3 Uhr mit 3 Lehrern begonnen... Am nächsten Tag waren sie dann endlich alle 5 da. Das Programm haben dieser Schulleiter aus Kampala und ich bestritten und wir fanden es auch alle miteinander gut, es hat geholfen, einander kennenzulernen und ein Team zu werden und der Schulleiter konnte sehr inspirierend reden. Nur leider kam der eigentliche Schulleiter für die Grundschule erst am Sonntagabend und hat das alles nicht mitbekommen, was wir schade fanden, denn gerade er ist nicht wirklich sehr christlich.... Trotzdem wird er für die staatliche Anerkennung der Schule benötigt und daher trotzdem angestellt. Am Montag kamen dann die ersten Kinder... Das muss man sich in Uganda sehr tröpfchenweise vorstellen, sie müssen ja zum Teil erst mal herlaufen mit Matratze und Schulbox mit Heften, und vor allem Essensrationen wie Zucker, Mais, oder auch Seife, u. ä.. Dann wird alles genau geprüft und registriert, ob alles da ist, das Kind bekommt seinen Schlafplatz in einem der Klassenzimmer zugewiesen usw. Für mich war das ganz spannend so etwas mal von Anfang an mitzubekommen. Am ersten Schultag kamen also von ca. 70 Schülern die ersten 27, die anderen kamen in den nächsten Tagen... Trotzdem sollten die Lehrer mit den vorhandenen Kindern am Dienstag schon mal mit Unterricht starten, da war ich dann auch mit dabei und habe ugandischen Unterricht live erlebt. Dabei wird viel im Chor wiederholt, was der Lehrer sagt, egal ob Anweisungen für das Verhalten oder Fachbegriffe im Sachunterricht. Am Mittwoch hat Tanja die Schuluniformen ausgeteilt, jede Schule hat eigene und auch eigene Farben. Da die Kinder hier sehr arm sind und kaum gescheite Kleidung besitzen , ist das auch ganz gut so, dass sie ausgestattet werden. Ich habe alle Klassen fotografiert und manchmal ein Lied auf Englisch mit den Kindern gesungen oder manchen Zweitklässlern beim Rechnen geholfen und versucht mit Pappkarton und Stöpseln von Wasserflaschen ein einfaches Zwanzigerfeld zum Rechnen herzustellen. Die Kinder sind es hier nicht gewöhnt mit Materialien zu rechnen, was meiner Meinung dazu führt, dass sie oft kein Zahlenverständnis entwickeln. So erlebt man hier viele Erwachsene auf dem Land, die die einfachsten Rechenaufgaben beim Verkaufen mit dem Taschenrechner durchführen müssen und schnell überfordert sind.
Die ugandische Schulbildung muss aber vor vielen Jahren recht gut gewesen sein, denn die älteren Ugander so um die 60-70 Jahre sprechen oft ein besseres Englisch als die Jüngeren und haben oft qualifizierteren Unterricht gehabt. Mit Idi Amin ging dann wohl erst mal alles den Bach hinunter...
Das habe ich meist von dem älteren Schulleiter erfahren, der gerne das Schulsystem reformieren möchte und viele gute Ideen für sein Land hat und für gute Entwicklungen sorgen möchte, sehr beeindruckend ihm zuzuhören!
Also habe ich richtig viel gelernt über ugandische Schule und es hat mir viel Freude gemacht, hier mitwirken zu können. Tanja war auch recht froh darüber, dass ich mich da eingebracht habe, da sie selbst ja eher aus dem Hotelmanagement kommt...
Zwischendurch bin ich aber auch meinen anderen Tätigkeiten wie Hotelverschönerung und Nähen mit einer ugandischen Schneiderin nachgegangen. Jetzt habe ich geübt, auf einer einheimischen Nähmaschine zu nähen, gar nicht so einfach!!!

Mittlerweile bin ich von Judith und ihrer Familie abgeholt worden und wir haben zusammen eine Safari im Nationalpark gemacht, auch einige Afrikaner waren dabei, die noch nie im Nationalpark waren... Alle haben die schönen Tiere genossen, auch wenn wir leider keinen Löwen zu Gesicht bekommen haben, war ihm wohl zu heiß... (40 Grad). Dann sind wir alle nach Serere aufgebrochen, das ist ungefähr in der Mitte von Uganda. Dort gibt es eine weitere kleine Berufsschule, die McJohn gegründet hat und gelegentlich besucht. Judith sollte dort für die Frauen der Gemeinde einen Frauentag halten, es waren ca. 100 Frauen dabei. Am Sonntag mussten sich alle 4 Männer unserer kleinen Fahrgemeinschaft aufteilen in verschiedene kleine Dorfkirchen und dort predigen, Judith hat Kindergottesdienst draußen unter dem Mangobaum abgehalten. Danach sind wir von der Dorfgemeinde zum Essen eingeladen worden, danach von der eigentlichen Hauptgemeinde und noch bei einigen Leuten zuhause, das heißt, wir haben 4 mal Hühnchen bekommen, so viel habe ich ja in den ganzen letzten Wochen kaum gegessen, denn Fleisch ist sonst Mangelware.
Dann sind wir nach Kampala zur Hauptstadt aufgebrochen mit einem kurzen, aber sehr schönen Stopp auf dem Prayermountain von Vision for Africa, einige kennen die Arbeit von Maria Prean. Der prayermountain ist zum Erholen und Beten für Leiter und Missionare da und wird von einem deutschen Ehepaar geführt. Sehr schön!!!
Meistens brechen wir noch bei Dunkelheit auf um zur nächsten Station unserer Reise zu fahren, also Ausschlafen ist nicht....Die Straßen sind auch meist abenteuerlich, Staub- und Sandpisten oder Straßen mit sehr tiefen Schlaglöchern, der Verkehr in Richtung Kampala extrem chaotisch und meiner Meinung nach auch gefährlich, außerdem kollabiert die Hauptstadt fast zu jeder Tageszeit in einem einzigen Stau... Die Fußgänger und Radfahrer müssen eigentlich immer zur Seite springen, wenn ein Auto kommt und die vielen Bodabodas und auch Taxibusse quetschen sich überall durch die kleinste Lücke, mal rechts, mal links, wie es halt grad so passt, ich bin jedenfalls immer sehr froh, wenn wir heil ankommen....
Nach der extrem heißen Zeit überrascht uns jetzt der erste Regen, auf den alle schon sehnsüchtig gewartet haben. Wenn es regnet, dann aber gleich richtig.... Und es schüttet, was das Zeug hält, da verwandeln sich die Staubpisten in Schlammpisten!
Wir waren 2 Tage in der Hauptstadt, hauptsächlich im Stau, aber auch in modernen Shoppingmalls, wo es alles gibt, aber auch nur da und sonst nirgends im ganzen Land! Daher macht jeder Missionar dann Großeinkauf, denn die Hauptstadt ist 7 Stunden entfernt, das muss dann schon gut geplant werden mit Einkauf von Dingen, die für uns so selbstverständlich sind.
Wieder um 3 Uhr morgens aufstehen und Rückfahrt nach Arua, um den größten Stau zu vermeiden... Judith fährt und ich muss als Beifahrerin auch wach bleiben.

Jetzt sind wir also wieder gut im Norden, in Arua angekommen, wir haben noch 2 nigerianische Prediger mitgebracht, Freunde von McJohn, die hier 1Woche Evangelisation in der Stadt abhalten. Inzwischen hat die Regenzeit tatsächlich etwas verfrüht eingesetzt und es regnet und gewittert nachmittags und nachts kräftig und es hat sehr abgekühlt.
Mit Judith und anderen Mitarbeitern besuche ich das Flüchtlingscamp, sie gestalten jeden Samstag ein Kinderprogramm für ca. 70-100 Kinder mit Liedern, Bibel Geschichte mit Flanellbildern, Spielen usw. Die Kinder freuen sich immer sehr darauf.
In den nächsten Tagen beginnt dann endlich mein Patchworkkurs im Camp für ca. 20 Schneiderinnen, ich bin schon sehr gespannt! So langsam habe ich mich auch an das afrikanische Englisch gewöhnt und verstehe wesentlich mehr.

Also wie ihr seht, ist das Leben hier für die Missionare recht bunt und es gibt jede Menge Begegnungen mit vielen Leuten, manches ist halt auch echt herausfordernd wie die Straßenverhältnisse, die ständige Korruption und auch die Armut vieler Menschen vor allem im Norden und dann natürlich die Bezahlung der Lehrer und vielen Mitarbeiter, vor allem wenn man selbst auf Spenden angewiesen ist... Es ist schön zu sehen, wie die Arbeit aber Früchte trägt und vielen Menschen hier zum Segen wird.

Soweit für heute, euch allen ganz liebe Grüße und Gottes Segen
Angelika

 

Bild von https://pixabay.com/de/kinder-ugandas-uganda-mbale-kinder-2245270/