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Wie unser Lobpreis „rund“ werden kann

Wie unser Lobpreis „rund“ werden kann

Auszug aus der Predigt am 22.04.2018 zum Thema: „Jubilate!“ – Was passiert, wenn ich´s tue…

... Wenn wir über „Lobpreis“ sprechen, dann geht es nicht etwa um bestimmte Frömmigkeitsstile. Echt gemeinte „Anbetung“ kann Therapie für unseren „inneren Menschen“ sein, den Gott täglich erneuern will (siehe Predigttext 2. Korintherbrief 4, 16-18).
Es ist einer der Wege, die Gott gebraucht, um uns zu versorgen, während wir von uns selbst wegrücken und stattdessen den inneren Blick auf ihn richten. Hier können wir die erfüllende Erfahrung machen, wie nah Gott uns ist. Und wir können dabei in unserem Glauben weiterwachsen.

Wie kann unser Lobpreis zu einer „runden Sache“ werden, was gehört dazu?

Es gibt bestimmte Elemente, die sowohl in den Psalmen als auch in unseren alten und neuen Lobliedern vorkommen.

Dabei wiederholen sich bestimmte Muster und auch die Reihenfolge der einzelnen Teile scheint eine Rolle zu spielen.

Zur Veranschaulichung ist es vielleicht hilfreich, wenn wir uns einfach eine CD vorstellen, die ein Lied oder eine Sinfonie mit unterschiedlichen Abschnitten enthält.

Wir „starten“ die CD und gehen nacheinander die folgenden Schritte - in der Darstellung beginnen wir ganz oben.

Wie unser Lobpreis "rund" werden kann

  1. In einem Lied höre ich meistens zuerst ein instrumentales Vorspiel. Wenn ich mit dem Lobpreis beginne, stimme ich mich ein und mache mir bewusst, dass ich vor Gott stehe. Damit meine ich Gott als Vater, Sohn und Geist. Oder ich betrachte eine der Personen, die er ist.

  1. Als Nächstes richte ich meinen Blick darauf, wie groß Gott in allen Dingen ist.
    Ich bewundere ihn und ich bestaune, was er tut.

  1. Dann kommt so etwas wie eine erste Strophe. Ich werfe einen ehrlichen Blick auf meine aktuelle Situation. Auch wenn mir klar ist, dass Gott das alles weiß – es tut mir gut, es vor ihm auszusprechen.

  1. Jetzt kommt eine Aussage, die ich später nochmal wiederholen möchte. Weil sie wichtig ist. Sie sagt, wie ich grundsätzlich zu Gott stehen will – ich nenne es einen „Refrain“ mit dem Inhalt: „Ja – ich will bei dir bleiben!“

  1. Nach dem Refrain eine Strophe zwei. Mein Blick richtet sich jetzt auf all das Gute, das ich durch Gott bisher erfahren habe – seine Liebe, seine Geduld mit mir, seine Hilfe für mich in vergangenen schweren Zeiten.

  1. Auch darauf antworte ich mit dem Refrain: „Ja – ich will bei dir bleiben!“

  1. In einer dritten Strophe denke ich darüber nach, was ich Gott zurückgeben kann, wie ich aktiv danken kann. Ich lasse es zu, dass Gott mir möglicherweise jetzt klarmacht, was genau das sein soll.

  1. Zum Schluss stelle ich noch einmal für mich fest: ich glaube daran, dass Gott mir Gutes tun will in allem, was passiert. Und ich spreche das vor ihm aus.

  1. Und dann schließe ich den Kreis, indem ich mir nochmal bewusst mache, dass ich vor Gott stehe und dass seine Gegenwart für mich nie aufhört.

 

Klar – es gibt natürlich keinen Königsweg.

Nur: wir sollten unseren persönlichen Lobpreis nicht einfach „abspulen“.

Sondern wir sollten diese Zeit bewusst so gestalten, dass Gott groß gemacht wird in allen Bereichen, die wir durchleben. In der Art und Weise, wie es jeder Einzelne tut, soll es sich echt und natürlich anfühlen. Das ist „Lobpreis und Anbetung“. Ein Dank an Gott, den wir aktiv ausleben.
Und dann wird es ein großes Geschenk sein, wenn wir in diesem Lobpreis spüren, dass wir selbst bereichert werden.

Dass Gottes Geist uns dienen kann, während wir ihm dienen.

 

Susanne Linhart