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Monatsspruch Mai 2021

02. Mai 2021
Markus
Gedanken zum Monatsspruch
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Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!

Sprüche 31.8

In den letzten 2 Jahren hatten wir einige Ideen, wie wir als Gemeinde in der Innenstadt Hanau aktiv werden können und Angebote für Menschen in unserer Umgebung starten können. Im Gespräch waren ein Spielangebot für Kinder mit Angeboten für Eltern oder auch das Café in der Stadtbücherei im Kulturforum der Stadt Hanau. Beides waren durchaus attraktive Ideen, mit denen wir aber dann nicht starten konnten. Unter den aktuellen Umständen wären sie auch gar nicht möglich. Trotzdem beschäftigt uns weiter die Frage, wie unsere Gemeinde für die Menschen in Hanau relevant sein kann. In diesem Zusammenhang lese ich den Monatsvers für den Monat Mai.

„Tu Deinen Mund auf für die Stummen, für das Recht aller Schwachen!“

Damals waren es die Worte der Mutter an ihren Sohn Lemuel, einen König im Orient, von dem wir nicht mehr wissen als diese Verse. Sie gibt ihm den Rat für sein Leben und für seine Herrschaft als König, nicht in selbstbezogenem Wohlstand und Reichtum zu leben und darüber den Blick für Menschen in seiner Umgebung zu verlieren. Man könnte es auch so formulieren: Übermäßiger Konsum verstellt den Blick auf die Bedürfnisse und die Not anderer. Damals war es gängige Praxis vieler Herrscher, Entscheidungen zum eigenen Wohl zu treffen oder zum Vorteil der Einflussreichen. Die „einfache Bevölkerung“ ging leer aus, Urteile fielen zu ihren Ungunsten aus. Nur damals? Hat sich daran etwas grundsätzlich geändert in unserer Welt?

Tu deinen Mund auf für die Stummen, für Menschen, die keine Kraft mehr haben, für sich selbst zu sprechen oder zu kämpfen. Was muss ein Mensch erlebt haben, das er nicht mehr für sich sprechen kann? Der seine erlittene Ungerechtigkeit oder sein erlebtes Leid nicht mehr in Worte fassen kann? Der nicht mehr auf Hilfe hofft, keine Hoffnung auf Gerechtigkeit hat?
Welche Menschen in unserem Umfeld brauchen Unterstützung? Wo ist jeder von uns herausgefordert? Wo sind wir als Gemeinde herausgefordert?

Es beginnt mit dem Wahrnehmen, mit dem Fragen. Verschließen wir uns bei der Fülle der Nachrichten und Meldungen in den Medien den Menschen in Not und Ungewissheit? Stellen wir noch Fragen – kritisch, aber aufgeschlossen um wirkliche Notlagen zu erfassen?

„Nach dem Hören kommt das Handeln“ (Liedtitel von Arno Backhaus und Andreas Malessa, 1985)
Wie können aus dem Hören und der Betroffenheit Taten werden? Der erste Schritt kann eine konkrete Hilfe sein, etwas, das uns spontan einfällt. Es kann aber auch wichtig sein, Not erst einmal offen zur Sprache zu bringen – nicht nur in den eigenen Reihen, auch in der Öffentlichkeit. Der Text fordert Menschen, die sich an Gott orientieren, auf, sich gegen Ungleichheit zu wenden und sich für Gerechtigkeit einsetzen. Dies gilt einmal für Fragen der Rechtsprechung, aber genauso für das weite Feld der sozialen oder ökonomischen Ungerechtigkeiten.

Wir müssen das Gespräch in unserer Gemeinde wieder aufgreifen, nach unserer Aufgabe in der Stadt Hanau fragen. Wir brauchen wache Sinne, auch beim Hören auf Gottes Reden- und wir brauchen das Gespräch miteinander. Ich hoffe sehr, dass wir bald wieder die Möglichkeit haben, uns zu solchen Gesprächen in der Gemeinde zu treffen.

von Martin Wunderlich